| Transparenz durch Umweltinformation und Umweltmanagementsysteme
Um die von den Unternehmen wahrgenommene ökologische Verantwortung zu dokumentieren und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, nutzen immer mehr Unternehmen die diversen Möglichkeiten der Nachhaltigkeits- und Umweltkommunikation. Die produktbezogene Umweltinformation stellt einen Baustein für die Information der Öffentlichkeit, der Verbraucher, der Mitarbeiter und des Gesetzgebers dar. Durch diese freiwilligen Positivkennzeichnungen lassen sich die umweltschonenden Aspekte von Produkten auf der Basis von aussagekräftigen, fundierten Informationen systematisch darstellen. Darüber hinaus schaffen Unternehmen Transparenz für die Umsetzung der unternehmensspezifischen CSR durch Umwelt- oder Nachhaltigkeitskommunikation in Form von Informationen über Umwelt- und Sozialaspekte im Internet oder Printmedien, Tage der offenen Tür oder Foren mit interessierten Kreisen, wie z. B. den Mitarbeitern oder Umweltverbänden.
Die Bedeutung von umweltrelevanten Informationen und Normen
Derartige Informationen, Umweltzeichen oder Kennzeichnungen von Produkten und Technologien spielen zudem eine wachsende Rolle für Finanzinstitutionen respektive die Generierung von Kapital an den Finanzmärkten. Die derzeit unter Beteiligung der Industrie in der Erarbeitung befindlichen ISO-Leitlinien zur Umweltkommunikation werden Unternehmen im In- und Ausland bei ihrer Umweltkommunikation unterstützen. Darüber hinaus nutzen immer mehr deutsche Unternehmen bei ihren Aktivitäten im In- und Ausland Umweltmanagementsysteme (z. B. auf der Basis des internationalen Standards ISO 14001ff.). Derartige Managementsysteme ergänzen das klassische Management und ermöglichen den Unternehmen die Formulierung einer betrieblichen Umweltpolitik, die systematische fortlaufende Erfassung und Überprüfung umweltrelevanter Betriebsdaten sowie die Dokumentation und Information der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit. Des Weiteren setzen Unternehmen immer stärker Lebenszyklusanalysen auf der Basis der ISO 14040 ein, um konkrete Umweltinformationen sowie Ansätze für effiziente Verbesserungen der Produkte zu erhalten sowie intern oder extern zu kommunizieren.
Der gesamte „Baukasten“ von Instrumenten des betrieblichen Umweltschutzes in der Bandbreite von Öko-Controlling über Umweltmanagementsysteme, Ökobilanzen bis hin zur Umweltkommunikation sind für viele Unternehmen unabdingbare Instrumente, um den betrieblichen Anforderungen aber auch diversen Stakeholderansprüchen gerecht zu werden. Darüber hinaus können sie Unternehmen unterstützen, Weichen für ihre Wettbewerbsfähigkeit und Planungssicherheit zu stellen und die umweltpolitischen Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Dass ein derartig strukturiertes, umfassendes Umweltmanagement nicht nur in Deutschland, sondern auch für die globalen Aktivitäten seine Gültigkeit besitzt, ist für die deutsche Wirtschaft zunehmend eine Selbstverständlichkeit. Umweltmanagement und externe wie interne Umweltinformation bzw. –kommunikation leistet folglich einen wichtigen Beitrag für den verantwortungsvollen Umgang von Unternehmen mit der Umwelt.
Managementsysteme im sozialen Bereich
Nicht-Regierungs-Organisationen haben unter Mitwirkung von Wirtschafts-, Gewerkschafts- und Regierungsvertretern Vorgaben und Anforderungen für Managementsysteme sozialer Angelegenheiten entwickelt. Gemeinhin wird deshalb einfach von Managementsystemen für Sozialverantwortung gesprochen. Solche Managementsysteme sollen die Einhaltung sozialer Standards in der Produktionskette eines Unternehmens fördern. Auf freiwilliger Basis können Unternehmen so ein Managementsystem übernehmen bzw. ihr bestehendes Managementsystem den Vorgaben und Anforderungen anpassen. Damit geht meist eine Mitgliedschaft bei der jeweiligen Trägerorganisation des Managementsystems einher. Alternativ können Unternehmen jene Managementsysteme für Sozialverantwortung als Richtschnur verwenden, um das unternehmenseigene Managementsystem ausgewählten Vorgaben und Anforderungen anzupassen.
Managementsysteme für Sozialverantwortung sind insbesondere im angloamerikanischen Wirtschaftsraum entstanden. Je nach Trägerorganisation unterscheiden sich die Vorgaben und Anforderungen an Unternehmen wie auch das dahinter stehende Interesse. Folgende international tätige Trägerorganisationen von Managementsystemen bieten ihre Dienste auf dem Markt an:
- AccountAbility (AA) als 'Multi-Stakeholder-Initiative' eines britischen Sozialinstitutes seit 1996: die AA1000 Serie umfasst performance- und prozessorientierte Standards für Stakeholder Engagement (2005) und Nachhaltigkeits Assurance (2008). Heutige Innovationen von AA in Bereichen wie Colloborative Governance, Responsible Competitiveness von Nationen oder das Accountability Rating beruhen ebenfalls auf dem AA1000 Framework (1999);
- Ethical Trading Initiative (ETI) als ‘Multi-Stakeholder-Initiative’ diverser britischer NGOs seit 1998: ETI bindet ihre Mitgliedsunternehmen in einen Entwicklungsprozess ein und überwacht die Einhaltung bestimmter Mindeststandards bei den Unternehmen (Wahrung der Sozialverträglichkeit des britischen Handelsmarktes im Fokus);
- Fair Labor Association (FLA) als ‘Multi-Stakeholder-Initiative’ der US-amerikanischen Clinton-Administration seit 1996: FLA gewährleistet die Einhaltung bestimmter Mindeststandards bei ihren Mitgliedsunternehmen, indem diese von Prüfgesellschaften kontrolliert werden (Sicherung von Mindeststandards in der Produktionskette im Fokus);
- Social Accountability International (SAI) als ‘Multi-Stakeholder-Initiative’ der US-amerikanischen Interessengruppe CEP seit 1997: SAI erwartet von ihren Mitgliedsunternehmen eine aktive Ausrichtung auf Zuliefererbetriebe, die nach dem Standard SA8000 von einer Prüfgesellschaft zertifiziert sind (Durchsetzung von Arbeitsplatzstandards in ‚Dritte-Welt-Ländern’ im Fokus).
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