Schriftgröße:
  • +
  • -

Alfred Ritter GmbH & Co. KG

Die Alfred Ritter GmbH & Co. KG fühlt sich dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen durch umweltschonendes Handeln verpflichtet.

Dem Umweltschutz misst man bei Ritter zentrale Bedeutung zu. Ob Produktionsverfahren, Produkte, Verpackung oder Logistik: Ritter ist bestrebt, Emissionen immer weiter zu reduzieren. Vorbildlich ist in diesem Zusammenhang, dass bei investiven Maßnahmen stets die ökologische Variante ergriffen wird, solange sie nicht mehr als 10 Prozent höhere Kosten verursacht als herkömmliche Verfahren (im Einzelfall auch die 10% übersteigend) – also stets pro Ökologie. So ging 2002 ein Blockheizkraftwerk in Betrieb, in das drei Millionen Euro investiert worden sind. Durch die Kraft-Wärme-Kopplung können jährlich 12 Millionen kWh Primärenergie und ca. 6.800 Tonnen CO2-Ausstoß eingespart werden. Seitdem produziert Ritter 30% seines Stroms ─ sowie 70% seines Wärmebedarfs selbst. Den restlichen Energieverbrauch deckt man ebenso umweltbewusst und bezieht den Strom bei den Elektrizitätswerken Schönau, die ausschließlich regenerative Energien einspeisen.

Obwohl Investitionen in die Umwelt zunächst die Erträge belasten, sind wir überzeugt, dass sich rechtzeitige Maßnahmen in diesem Bereich auszahlen’, heißt es im Leitbild von Ritter Sport. Als erstes Unternehmen der Süßwarenbranche hat sich daher Ritter Sport 1996 erfolgreich an der Öko-Audio-Verordnung beteiligt. Das bedeutet, dass der betriebliche Umweltschutz im Rahmen eines umfassenden Managementsystems organisiert wird. Seit Mitte der 70er-Jahre gibt es die bekannte bunte Verpackung der Schokoladenquadrate mit dem Kick-Pack-System zum Öffnen. Auch hier boten sich Ansätze zur ökologischen Verbesserung. 1991 erstellte Ritter Sport die erste Ökobilanz für Verkaufsverpackungen. Um das Recycling der bunten Hüllen zu ermöglichen, wurde auf ein Einstoff-System umgestellt. In den letzten Jahren konnte damit das Restmüllaufkommen um über 90% reduziert werden. Dadurch werden im Vergleich zu einer konventionellen Lösung über 1.000 Tonnen Packstoff im Jahr eingespart, zu deren Transport immerhin 50 LKW benötigt würden.


Bei Ritter Sport blickt das Thema Chancengleichheit von Mann und Frau auf eine lange Tradition zurück. Chancengleichheit beginnt damit, dass für gleiche Arbeit gleicher Lohn gezahlt wird. Flexible Arbeitszeitgestaltung gehört ebenso zum Standard wie die Möglichkeiten, nach der Elternzeit wieder im Unternehmen einzusteigen und Fortbildungen während dieser Auszeiten wahrzunehmen. Darüber hinaus hat sich Marli Hoppe-Ritter, Enkelin der Firmengründer, die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler zur Aufgabe gemacht. Mit dem Museum Ritter, das im Herbst 2005 eröffnete, wurde hier ein spannendes neues Kapitel aufgeschlagen.


Nachhaltiges Engagement hört dabei für Ritter Sport nicht an der deutschen Grenze auf. Seit 1990 betreibt Ritter Sport ein agroforstliches Entwicklungsprojekt ‚Cacaonica’ in Waslala, nordöstlich von Managua in Nicaragua. Mit rund 1800 KakaoanbauerInnen ist das Gebiet von Waslala das wichtigste Kakaoanbaugebiet von Nicaragua. Seit dem Bestehen des Projektes sind von Ritter Sport über zweieinhalb Millionen Euro in die Projektfinanzierung geflossen. Die beiden Firmeninhaber, das Geschwisterpaar Alfred T. Ritter und Marli Hoppe-Ritter erklären: „Kakao ist für unsere Produkte ein Hauptbestandteil, den wir aus Ländern der Dritten Welt beziehen. Wir haben daher diesen Ländern gegenüber auch eine besondere Verantwortung. Wir interessieren uns aber auch für Produkte, die aus organisch angebautem Kakao hergestellt werden. Außerdem versprechen wir uns durch die Zusammenarbeit mit den Kakaobauern wichtiges Grundlagenwissen über Kakaoanbau und die verschiedenen Kakaosorten.“


Waslala ist eine Region im Hochland von Nicaragua. Nicht nur die wechselvolle Geschichte hat bäuerliche Strukturen zerstört. Durch Bürgerkrieg und Naturkatastrophen ist das Land geschwächt, die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse erreichen kaum das ohnehin niedrige Existenzminimum. Ursprüngliches Ziel des Projektes Cacaonica war es, aktive Lebenshilfe und Know-how an die Bauern heranzutragen und den Anbau von Nahrungsmitteln mit organischen Düngemitteln bei gleichzeitigem Verzicht auf das Abholzen der Waldflächen nachhaltiger zu gestalten. Kakao eignet sich für einen solchen agroforstlichen Ansatz hervorragend, da die Kakaopflanze bevorzugt in Mischkulturen zusammen mit Bananen, Gemüsen, Mais, Pfeffer gedeiht. Außerdem trägt eine Mischbepflanzung zur Wiederaufforstung sowie zum Erhalt der Fruchtbarkeit der Böden bei.


Durch das Projekt konnten sich die Kleinbauern zwischenzeitlich eine reale Existenz aufbauen und so zur langfristigen Sicherung der Familien beitragen. Damit verbunden wurde der Wirtschaftsfaktor ‚Landwirtschaft’ gestärkt und der starken Landflucht entgegen gewirkt, die für viele Menschen in der Verelendung in den Slums der wenigen Großstädte endet. Ein weiterer, für das Weltklima wohl auch wichtigster Effekt ist die Erhaltung des tropischen Regenwaldes.


Dieses langjährig allein von Ritter Sport getragene Entwicklungsprojekt mit agroforstlichem Ansatz hat durch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) im Rahmen einer Public Private Partnership (PPP) ab 2002 an Dynamik gewonnen: So konnte die Anzahl entsprechend zertifizierter, organischen Kakao anbauender Kleinbauern nahezu verdoppelt werden (ca. 700). Daneben findet Cacaonica insofern verstärkte Beachtung als benachbarte Regionen in Nicaragua ihre landwirtschaftliche Produktion teilweise auf Kakao umstellen wollen und die nicaraguanische Regierung Kakao als relevanten Wirtschaftsfaktor erkannt hat und entsprechend fördert.


Während der Laufzeit des PPP-Vorhabens entwickelte sich das Verhältnis Ritter Sport/Cacaonica von einem Projekt mit Entwicklungshilfe-Charakter hin zu einer Vertrags- bzw. Lieferpartnerschaft und begann – im wahrsten Sinn des Wortes – erste (Kakao-) Früchte zu tragen: seit 2002 bezieht Ritter Sport aus dem Projektgebiet ökologisch erzeugten Kakao zu Fair-Trade-Konditionen, der über die Genossenschaft ‚Cacaonica’ vermarktet wird und in die Schokoladenproduktion am Unternehmenssitz in Waldenbuch einfließt. Dieser Kakao weist hervorragende qualitative und geschmackliche Eigenschaften auf, weshalb Ritter Sport eine signifikante Zunahme der Bezugsmenge anstrebt.