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HeidelbergCement

Strom aus Abwärme gewinnen

Im Werk Lengfurt nutzt HeidelbergCement die Abluftwärme des Klinkerkühlers, um Strom nach dem ORC-Verfahren (Organic Rankine Cycle) zu erzeugen. Dabei verwendet das Werk als Treibmedium anstelle von Wasserdampf Pentan, das bereits bei niedrigen Temperaturen verdampft. Der bei mehr als 1.400 Grad Celsius gebrannte Zementklinker wird im Klinkerkühler auf rund 100 Grad abgekühlt. Die während dieses Prozesses frei werdende Wärme wird in einem Abhitzekessel aus der Abluft ausgekoppelt und anschließend in zwei geschlossenen Kreisläufen über Thermoöl an das flüssige Pentan übertragen. Der dabei erzeugte Pentandampf treibt eine zweistufige Turbine mit einer Nennleistung von 1,5 Megawatt an.

Die Anlage, weltweit die erste in einem Zementwerk, deckt etwa zwölf Prozent des Eigenbedarfs an Strom. Der Einsatz des ORC-Verfahrens zur Verstromung von Niedertemperaturabwärme in Zementwerken kann aus heutiger Sicht als technisch machbare Alternative zu Stromerzeugungsanlagen mit Wasserdampf gesehen werden. Die Vorteile liegen insbesondere in der einfachen Handhabung, der kompakten Bauweise sowie den höheren Wirkungsgraden bei Wärmequellen unter 275 Grad Celsius. Ein Langzeitforschungsvorhaben zur Verfügbarkeit und durchschnittlichen Effizienz begleitete diesen viel versprechenden Verfahrensschritt.


Dieses und weitere Beispiele guter unternehmerischer Praxis hat econsense - Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e. V. in einer Sammlung zusammengestellt.