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Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung des BSI (Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und –Importeure e. V.)

Im Herbst 2005 hat der BSI einen Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung (AAuV) ins Leben gerufen, der sich zum Ziel gesetzt hat, den verantwortungsvollen Konsum von alkoholhaltigen Getränken zu fördern und zu unterstützen sowie zur Bekämpfung von Missbrauch beizutragen (Grundsatzpapier des BSI – 4. Auflage 2010). Er unterstützt und initiiert Präventionsmaßnahmen, mit denen über den vernünftigen Alkoholkonsum bzw. über die schädlichen Auswirkungen des Alkoholmissbrauchs informiert werden. Ein weiteres Ziel ist eine verantwortungsvolle Produktkommunikation im Rahmen der bestehenden Selbstregulierungsmechanismen – insbesondere der Werbung.

Die Arbeit des „AAuV“ basiert damit auf drei Säulen:

(1) Präventionskampagnen,
(2) Selbstregulierungen,
(3) Verbraucherinformation.

Zu den Aktionen des „AAuV“ des BSI gehören aktuell folgende
Präventionskampagnen:

Präventionskampagne „Klartext reden!“
:
Am 7. Dezember 2005 startete der BSI die bundesweite Eltern-Präventionskampagne „Klartext reden!"
. Die Kampagne „Klartext reden!“ wurde vom „AAuV“ des BSI initiiert und von unabhängigen Wissenschaftlern in Kooperation mit dem BundesElternRat ins Leben gerufen, um die Alkoholprävention in Familien zu unterstützen. Die Durchführung erfolgt über Workshops, eine Broschüre sowie einen begleitenden Internet-Auftritt. Die Workshops werden von erfahrenen Psychologen und Suchtexperten geleitet mit dem Ziel, Eltern ihre wichtige Rolle bei der Entstehung von Konsummustern zu verdeutlichen.

Am 15. Mai 2006 übernahm der Gesundheitsminister Gerry Kley die Schirmherrschaft für das Projekt „Klartext reden!“ in Sachsen-Anhalt. Weitere Regional-Kooperationen erfolgten in 2007 und 2009 sowie 2010 in Brandenburg, Hessen und Bayern.

Am 20. September 2006 wurde eine erste Evaluierung der Kampagne „Klartext reden!“ in einer Pressekonferenz, u. a. mit folgenden Ergebnissen veröffentlicht:

  • Die zweistufige Evaluierung der Kampagne „Klartext reden!“ belegt eindeutig, dass die Kampagne zur Unterstützung der Alkoholprävention in Familien alle Ziele erreicht, die sich die Wissenschaftler bei der Entwicklung gesteckt hatten. Die Kampagne bringt Eltern und Kinder nachhaltig zum Thema „alkoholhaltige Getränke“ ins Gespräch und hilft Grenzen zu setzen.
  • 85 % der Teilnehmer führten im Anschluss an den Eltern-Workshop auch tatsächlich ein Gespräch zum Thema „Alkohol“ mit ihren Kindern.

Ideelle Kooperationspartner dieser Kampagne sind seit 2008:
  • Bundesverband der Deutschen Klein- und Obstbrenner e. V.,
  • Bundesverband Deutscher Korn- und Getreidebrenner e. V.,
  • Bundesverband der Obstverschlussbrenner e. V.

Bilanz bis Ende September 2010: Es wurden rd. 122 Workshops mit über 3.250 Teilnehmern erfolgreich durchgeführt und evaluiert.

Aktuell ab März 2010 bietet der „AAuV“ auch den „Internetbasierten Elternführerschein“ als WBT-Modul (
http://www.klartext-reden.de/) zur Verbreitung der Kampagne an. Hierbei wurde der BundesElternRat verstärkt in die Umsetzung integriert. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, unterstützt das neue E-Learning-Tool für Eltern im Internet mit einem Grußwort. Bis Ende September 2010 konnten hier bereits über 3.700 Eltern erreicht werden.

Bilanz – Stand: Januar 2014

Eltern-Workshops:
- 206 durchgeführte Workshops seit Start der Initiative
- insgesamt über 5.800 Teilnehmer in allen bisherigen Workshops

Drucksachen:
- ca. 50.000 Broschüren wurden seit Start der Initiative gestreut
- Neudruck von 10.000 Broschüren Anfang 2011

Eltern-Training http://www.klartext-reden.de/ (online seit März 2010):
- rd. 30.000 Teilnehmer und 93.000 Seitenaufrufe


Präventionskampagne „Schulungsinitiative Jugendschutz – kurz: SchuJu – Alkoholabgabe mit Verantwortung für die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeiter/innen in Handel, Tankstellen, Gastronomie, Hotels und Gaststätten“:
Der „AAuV“ des BSI setzt sich für einen verantwortungsvollen Konsum von alkoholhaltigen Getränken ein, insbesondere, um den Jugendschutz zu unterstützen. Dabei steht die Einhaltung des gesetzlich vorgeschriebenen Abgabealters für alkoholhaltige Getränke im Handel, an Tankstellen und in gastronomischen Betrieben im Fokus der „SchuJu“.

Die „SchuJu“ richtet sich an zwei Zielgruppen: an Auszubildende der Branchen Handel, Tankstellen und Gastronomie sowie an die Lehrerinnen und Lehrer an Berufsschulen, an die Ausbilder in IHK-Kursen und sonstigen Bildungseinrichtungen, an die betrieblichen Ausbilder im Handel, in Tankstellen und in der Gastronomie. Zielsetzung ist es, das Thema Jugendschutz stärker in den Fokus der Aus- und Weiterbildung zu rücken. Die Initiative umfasst:

  • Schulungsunterlagen in PowerPoint: Langfassung (ca. 45 Folien) als Kommentar für den interessierten Lehrer und Ausbilder; Kurzfassung für den Unterricht (10 Folien), insbesondere in Gastronomie und Handel.
  • drei Broschüren: Für die Bereiche Gastronomie, Handel und Tankstellen werden die wichtigsten Tipps und Informationen jeweils in einer kurzen Broschüre zusammengefasst.
  • zusätzliche Tools: Barkarte und Altersdrehscheibe.
  • Internet-Auftritt/WBT: Da nicht alle Organisationen und Verbände über Internet-Portale verfügen, werden die Schulungsunterlagen als Download auf einer externen Seite angeboten, um möglichst vielen Multiplikatoren den Zugriff auf die Unterlagen zu ermöglichen.
  • Darüber hinaus wird auch ein WBT-Modul (web based training) integriert, anhand dessen Auszubildende einen „Internet gestützten“ Kurs mit personalisiertem Zertifikat absolvieren können (http://www.schu-ju.de/).

Die Kampagne „SchuJu“ ist am 10. Oktober 2007 mit einer Pressekonferenz in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Die „SchuJu“ wird aktuell (2014) von insgesamt 19 Kooperationspartnern aus den Bereichen Gastronomie, Handel, Hotel und Tankstellen unterstützt:


- Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen e. V. (BLBS),
- Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e. V. (DEHOGA Bundesverband),
- Handelsverband Deutschland e. V. (HDE),
- Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e. V. (BVLH),
- Deutsche Barkeeper-Union e. V. (DBU),
- Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V. (DIHK),
- Bundesverband Freier Tankstellen e. V. (bft),
- Bundesverband Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche Deutschland e. V. (BTG – Minden),
- Zentralverband des Tankstellengewerbes e. V. (ZTG),
- Mineralölwirtschaftsverband e. V. (MWV),
- UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e. V.,
- Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG),
- Tankstellen-Interessenverband e. V. (DÖT),
- Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels e. V. (BV GFGH),
- Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern e. V.,
- Barschule München,
- Barschule Rostock – American Cocktail College,
- bar academy sachsen BARSCHULE & BARCATERING.

„SchuJu“ wird außerdem unterstützt von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (seit August 2009).

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, hielt anlässlich in der 2. Pressekonferenz zur „SchuJu“ am 10. Februar 2010 in Berlin u. a. fest:
„Das Jugendschutzgesetz wird erst durch die tägliche Anwendung an den Kassen im Einzelhandel und in der Gastronomie lebendig. Das heißt konkret, es muss bei jungen Menschen immer nach dem Ausweis gefragt werden. Mit der Einschätzung liegt man meist falsch, denn Kinder und Jugendliche wirken heute u. a. durch Kleidung oder Make up oft älter als sie tatsächlich sind. Um diese Alterskontrollen schnell und gut durchführen zu können, sind Schulungen wie ,SchuJu‘ notwendig. Daher ist die ‚Schulungsinitiative Jugendschutz’ ein sehr gutes Beispiel dafür, wie sich Wirtschaftsverbände eigeninitiativ ihrer Verantwortung stellen. Ich wünsche mir aber auch noch mehr Akzeptanz von Seiten der Kunden, z. B. wenn es an der Kasse einmal länger dauert, weil beim Verkauf von alkoholhaltigen Getränken konsequent das Alter kontrolliert wird.“

Bilanz – Stand: Januar 2014

Drucksachen:
- 211.000 Broschüren für Handel, Gastronomie und Tankstellen
- 50.000 Barkarten
- 24.000 Alterskontrollscheiben für Kassenpersonal
Website www.schu-ju.de (inkl. WBT I und II):
Website-User: rd. 700.000, Seitenaufrufe: rd. 6,6 Mio.,
Anzahl der Nutzer mit bestandenem Zertifikat: rd. 135.000 (WBT I) und rd. 2.300 (WBT II)


Präventionskampagne „Verantwortung von Anfang an! – Leitfaden für den Verzicht auf alkoholhaltige Getränke in Schwangerschaft und Stillzeit“:

Der „AAuV“ des BSI hat im Dezember 2008 die Broschüre mit dem Titel „Verantwortung von Anfang an! – Leitfaden für den Verzicht auf alkoholhaltige Getränke in Schwangerschaft und Stillzeit“ erstmals herausgegeben. Wissenschaftlich und inhaltlich wurde die Erstellung der Broschüre von Dr. Reinhold Feldmann von der FAS-Ambulanz, Sozialpädiatrisches Zentrum, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Münster, Münster, der dort eine von zwei Beratungsstellen in Deutschland für Familien mit FAS-Kindern leitet, begleitet.

Ziel der Broschüre ist es, in klarer und übersichtlicher Form über das FAS (Fetale Alkoholsyndrom) zu informieren und Tipps zu geben, wie schwangere und stillende Frauen auf alkoholhaltige Getränke verzichten können. Dabei spielt auch das Umfeld eine wichtige unterstützende Rolle. Die Broschüre richtet sich daher auch an angehende Väter, Freunde und Kollegen, die eine schwangere Frau niemals zum Trinken auffordern sollten.

Die ehemalige Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, unterzeichnete das Vorwort der Broschüre 2009. Die ehemalige Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ursula Heinen-Esser, unterstützte die Kampagne im Jahr 2009 ebenfalls.

Ab März 2010 wird die Kampagne erneut mit der erhöhten Auflage von 390.000 Broschüren mit einem Vorwort und der Unterstützung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, umgesetzt. Die Verteilung der Broschüre wird kontinuierlich und nachhaltig fortgeführt – inklusive verstärkte Einbindung der Hebammen und Helfer/innen. Zusätzlich werden die gynäkologischen Praxen mit insgesamt 7.000 Informations-Paketen (Plakaten und Broschüren) bestückt. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Julia Klöckner, begleitet die Kampagne mit einem Elternbrief seit September 2010.


Bilanz – Stand: Januar 2014

Drucksachen:
- 1,75 Mio. Broschüren
- 80.000 Faltblätter
- 19.000 Informations-Pakete (mit Plakaten und Broschüren)
- Vertriebskanäle 2012 und 2013: „babilu-Geschenktasche 1“ bzw. „LetsFamily-Geschenktasche 1“ und „Happy-Mom-Tasche“ sowie IDS Information Display Services GmbH
- 5 Veröffentlichungen in der Zeitschrift „FRAUENARZT“ in 2012/2013
- 25.000 Broschüren „Das Fetale Alkoholsyndrom“ in deutscher Sprache
- 12.000 Broschüren „Fetal Alcohol Syndrome“ in englischer Sprache

Website http://www.verantwortung-von-anfang-an.de/:
- Website-User: 29.500
- Seitenaufrufe: 65.000


Präventionskampagne „Hinsehen, Zuhören, Ansprechen! – Alkohol am Arbeitsplatz – Ein Leitfaden für die kollegiale Hilfe“:

Im März 2009 wurde die Präventionskampagne gegen Alkohol am Arbeitsplatz gemeinsam mit dem Kooperationspartner Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten in Mannheim neu aufgelegt. Die Broschüre wird bereits in vielen Unterrichtsveranstaltungen der Berufsgenossenschaft, aber auch direkt bei Firmen gestreut. Zum Inhalt der Präventionskampagne: Alkohol und Arbeiten – das passt nicht zusammen. Und dennoch spielt Alkohol bei Arbeitsunfällen häufig eine wichtige Rolle: Experten schätzen, dass die Betroffenen bei ca. 25 bis 30 % aller Unfälle am Arbeitsplatz unter Alkoholeinfluss standen. Die Dunkelziffer dürfte jedoch weitaus höher sein, denn nicht immer wird der Alkohol als Ursache entdeckt.


Bilanz – Stand: Januar 2014

Drucksachen:
- 10.000 Broschüren „Hinsehen, Zuhören, Ansprechen!“ produziert in 02/2009 (2. Auflage)


Präventionskampagne „DON'T DRINK AND DRIVE (DDAD)“:

Die Kampagne „DON'T DRINK AND DRIVE“ besteht seit 1993 und ist somit eine der ältesten fortlaufenden Verkehrssicherheitskampagnen Deutschlands. Sie wird von den Spitzenverbänden der Branchen Bier, Wein, Sekt und Spirituosen unterstützt.

Die Kampagne hat das Ziel, die Zahl der alkoholbedingten Unfälle weiter zu reduzieren und richtet sich vor allem an junge männliche Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren, die laut Unfallstatistik überproportional häufig an Alkoholunfällen beteiligt sind.

Die Initiative umfasst den Internetauftritt
http://www.ddad.de/, Mitmach-Pakete für Gastronomie-Betriebe (bestehend aus Plakaten, Barschürzen, Aufklebern und Bierdeckeln), Plakate mit zwei unterschiedlichen Motiven und als Event-Komponente die „DON'T DRINK AND DRIVE Party Patrol“. Im August 2008 unterzeichneten die Initiatoren der Kampagne die European Road Safety Charter (ERSC) und unterstützen damit das Ziel, die jährliche Zahl der Verkehrstoten in Europa bis 2010 auf 25.000 zu senken.

In 2010 fanden im Rahmen einer Länderkooperation in Rheinland-Pfalz acht Einsätze der Party Patrol in Kooperation mit der Kriminalprävention in rheinland-pfälzischen Städten und Gemeinden statt. Bei den Events konnten die jungen Fahrer in einem Promille-Fahrsimulator den negativen Einfluss von Alkohol auf die Fahrtüchtigkeit testen, ohne sich oder andere im Straßenverkehr zu gefährden. Zum Auftakt der Kooperation fand am 29. April 2010 eine Kick-Off-Pressekonferenz mit dem Vorsitzenden des Landespräventionsrats Rheinland-Pfalz, Dr. Andreas Ammer, in Mainz statt. Ergebnisse einer Evaluierung für die Party-Patrol-Einsätze 2010 auf der Basis einer Internet gestützten Nachbefragung der jungen Fahrer stehen unter
http://www.ddad.de/ zur Verfügung.

Bilanz – Stand: Januar 2014

- Initiativen-Material: rd. 470 Mitmach-Pakete wurden auf Anfrage verschickt (mit Barschürzen, Plakaten, Bierdeckeln und Aufklebern)
- Party-Patrol-Events: 53 Events der „DON’T DRINK AND DRIVE Party Patrol“


Folgende
Selbstregulierungen im Rahmen des „AAuV“ des BSI werden erfolgreich umgesetzt:

„Freiwillige Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke“:

In Bezug auf die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke funktioniert die freiwillige Selbstkontrolle in Deutschland beispielhaft. Die von den Mitgliedern des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) entwickelten „Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke“ stellen ein international anerkanntes Instrument im Bereich der freiwilligen Werbeselbstkontrolle dar. Über den Bereich staatlicher Rechtssetzung hinaus übernehmen damit Alkoholwirtschaft, Handel, Agenturen und Medien aktiv Verantwortung für ein geordnetes Werbeverhalten: Bürger sollen sich auch dann gegen Inhalte der Werbung wehren können, wenn die Anzeigen, Spots, Plakate oder andere Formen der kommerziellen Kommunikation (z. B. Online-Werbung, Sponsoringmaßnahmen, Werbemaßnahmen am „point of sale“) rechtlich nicht zu beanstanden sind, aber als kritikwürdig empfunden werden. Die Verhaltensregeln werden durch den Deutschen Werberat effektiv überwacht.

Der Kodex umfasst verschiedene Themenfelder: Unter anderem soll kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke

  • nicht zu missbräuchlichem Alkoholkonsum auffordern,
  • keine trinkenden Kinder, Jugendliche, Leistungssportler, Fahrzeugführende oder Personen des Heilgewerbes zeigen,
  • Kinder und Jugendliche nicht zum Alkoholkonsum auffordern und auch nicht in Medien erfolgen, deren redaktioneller Teil sich mehrheitlich an Kinder oder Jugendliche richtet,
  • weder über Trikotwerbung bei Kinder- und Jugendmannschaften erfolgen, noch über Werbe- und Sponsoringmaßnahmen, die im direkten Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen stehen,
  • keine Aussagen zur Beseitigung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten enthalten,
  • hohen Alkoholgehalt nicht besonders herausstellen,
  • keine Wirkung nahe legen, die auf die Beseitigung oder Überwindung psychosozialer Konflikte oder der physischen Leistungsfähigkeit abstellt.
  • keine Personen zeigen, die nicht mindestens – auch vom optischen Eindruck her – junge Erwachsene sind.

Jeder Bürger und jede Institution kann sich (kostenlos) an den Deutschen Werberat in Berlin wenden. Mit Hilfe eines Internet-Formulars ist das Beschwerdeverfahren stark vereinfacht.

Der Deutsche Werberat hat 2009 den Dialog mit gesellschaftlichen Gruppen intensiviert. Im Rahmen der „Konferenz Werbung und Gesellschaft“ steht das Gremium allen interessierten Kreisen mit jährlichen Veranstaltungen für einen offenen Gedankenaustausch zur Verfügung. Das jeweilige Konferenzthema wird anlassbezogen bestimmt.

Darüber hinaus können Unternehmen seit Mai 2009 ihre kommerzielle Kommunikation im Vorfeld der Veröffentlichung freiwillig vom ZAW überprüfen lassen. Damit hat die deutsche Werbewirtschaft die bisherige Struktur der gemeinsam organisierten Selbstverantwortung um ein zusätzliches Element erweitert. Viele werbestarke Spirituosenanbieter nehmen diesen Service wahr und lassen zahlreiche ihrer Werbemaßnahmen vorab prüfen auf rechtliche Korrektheit, Übereinstimmung mit den Regeln des Werberats und seiner Spruchpraxis sowie politisch-gesellschaftliche Akzeptanz.



Selbstregulierung des BSI bezüglich des Alters von Models in der Werbung (2009):

Gemäß den Leitlinien des europäischen Dachverbandes, der CEPS, und der so genannten CEPS-Charter hat sich der BSI ab Februar 2009 verpflichtet, folgende Regelung zusätzlich in sein Grundsatzpapier aufzunehmen und durch Prüfung der Altersangaben zu kontrollieren:

„Ergänzend zu den freiwilligen Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke verpflichten sich die Mitgliedsunternehmen des BSI, nur Models und Schauspieler ab einem Mindestalter von 25 Jahren für Maßnahmen der kommerziellen Kommunikation einzusetzen.“



Distanzierung des BSI von so genannten „Flatrate“- und „All-you-can-drink“-Angeboten (2007):

Der BSI distanziert sich seit April 2007 entschieden von so genannten „Flatrate“- und „All-you-can-drink“-Angeboten und fordert sowohl die Diskotheken als auch die Gastronomien zum Verzicht auf preisaggressive Dumping-Angebote für alkoholhaltige Getränke auf. Weiterhin verpflichten sich die Mitgliedsunternehmen des BSI „durch konsequente Maßnahmen im Rahmen ihrer Einflussmöglichkeiten auf solche Diskotheken und gastronomische Betriebe einzuwirken, die zum Missbrauch verleitende Angebote mit ihren Produkten unterbreiten, mit dem Ziel, diese Angebote einzudämmen“ (im Detail nachzulesen unter
http://www.bsi-bonn.de/). Dazu gehört u. a. auch die Schulung der Vertriebsmitarbeiter (erstmals im Juni 2007), um diese für eine verantwortungsbewusste Vermarktung von alkoholhaltigen Getränken zu sensibilisieren. Die Einhaltung dieser Selbstverpflichtung überwacht der BSI intern.


Selbstregulierung gegen bestimmte „Namings and Packagings“ (2008):

Der BSI hat seit August 2008 in sein Grundsatzpapier eine Selbstregulierung dahingehend aufgenommen, dass bestimmte Namen und Verpackungen innerhalb des Angebots von Spirituosenprodukten der Mitglieder des BSI in Zukunft ausgeschlossen werden. Zu diesen Verpackungen gehören u. a. Tuben sowie Sprays und zu den Namen u. a. negative Wortbeispiele, die u. a. Kinder beeinflussen könnten. Die Kontrolle erfolgt hierbei direkt über den BSI.



Selbstregulierung 70/30-Regelung in der Werbung (2010):

In einer weiteren Ergänzung zu den freiwilligen „Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke“ verpflichten sich die Mitgliedsunternehmen des BSI kommerzielle Kommunikation nur in solchen Printmedien oder Radio- und Fernsehprogrammen zu zeigen, die sich bekanntermaßen zu mindestens 70 % an Erwachsene über 18 Jahre oder älter richten. Die kommerzielle Kommunikation sollte nicht in Printmedien, Radio- und Fernsehprogrammen oder bei Veranstaltungen gezeigt werden, in welchen mehr als 30 % des Publikums Minderjährige sind. Die Maßnahmen – deren Einhaltung dokumentiert wird – sind damit überprüfbar.



Verbraucherinformationskampagne „Maßvoll genießen!“:

Der BSI leistet ab April 2009 mit dem neuen Hinweis-Logo und der hinterlegten Internetseite „www.massvoll-geniessen.de“ einen weiteren wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Information der Verbraucher.

Das Logo steht den Mitgliedsunternehmen des BSI zur Einbindung auf Werbemaßnahmen zur Verfügung. Ziel ist es, die Verbraucher für einen maßvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit alkoholhaltigen Getränken zu sensibilisieren.

Der begleitende Internetauftritt informiert Verbraucher umfassend zum Thema „Verantwortungsbewusster Konsum von alkoholhaltigen Getränken“. Dabei stehen neben Informationen zum Jugendschutz auch klare Empfehlungen zum Verzicht auf alkoholhaltige Getränke in bestimmten Situationen im Fokus, z. B. im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz, während Schwangerschaft und Stillzeit, beim Sport und bei der Medikamenteneinnahme im Fokus. In dem Internet-Portal werden sämtliche Informationsmaterialien der Maßnahmen des „AAuV“ als Downloads zur Verfügung gestellt.

Das Konzept geht vom Leitbild des mündigen Verbrauchers aus, der ein Recht auf umfassende Informationen hat, aber auch gleichzeitig das Recht auf eine freie, selbstbestimmte Entscheidung für sich in Anspruch nehmen darf.

Bilanz – Stand: Januar 2014: Der begleitende Internet-Auftritt konnte seit Kampagnen-Start 830.000 Seitenaufrufe mit 380.000 Website-User verzeichnen.


Corporate Social Responsibility – „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“:

Deutsche Unternehmen – auch die Mitgliedsunternehmen des BSI – übernehmen gesellschaftliche Verantwortung und stellen sich den ökonomischen, sozialen und ökologischen Herausforderungen der globalisierten Wirtschaft.


Der „AAuV“ hat eine erste Bilanz seiner Tätigkeiten im Zeitraum 2005 bis 2009 im Mai 2009 mit der Broschüre „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung – 1. CSR-Bericht 2005 bis 2009“ vorgelegt. Mittlerweile wurde der dritte CSR-Bericht für den Zeitraum 2011/2012 veröffentlicht. Ein neuer CSR-Bericht wird Anfang 2015 vorgelegt.