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Das Engagement der Unternehmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie lohnt sich

Dass sich das Engagement der Unternehmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch finanziell lohnt, dokumentiert eine im September 2003 veröffentlichte Studie der Prognos AG. Bedarfsgerechte Teilzeitregelungen, flexible Arbeitszeitmodelle, Telearbeitsmodelle bis hin zu betrieblich unterstützten Kinderbetreuungseinrichtungen und Beratungsangebote für Eltern leisten einen Beitrag zur Kosteneinsparung im Unternehmen. Die Erkenntnis, dass eine familienfreundliche Arbeitswelt sowohl betriebswirtschaftlichen als auch volkswirtschaftlichen Gewinn bringt, setzt sich immer mehr durch. Wettbewerbe auf Bundes- und Landesebene, die Unternehmen für ihre an Chancengleichheit und Vereinbarkeit orientierte Personalpolitik auszeichnen, dokumentieren das stetig wachsende Engagement der deutschen Unternehmen in diesem Bereich. Knapp 900 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen haben für ihr Engagement zur Verbesserung familiengerechter Arbeitsbedingungen z. B. Zertifikate zum Audit Beruf und Familie der Hertie Stiftung erhalten. Das Prädikat TOTAL E-QUALITY zertifiziert seit 1999 Unternehmen, Organisationen aus Wissenschaft und Verwaltung sowie Verbände, die sich in besonderer Weise für die Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf einsetzen. Allein in 2010 erhalten wieder 60 Bewerber das TOTAL E-QUALITY Prädikat für ihre an Chancengleichheit orientierte Personalpolitik.

Immer mehr Unternehmen realisieren, dass die Umsetzung von frauen- und familienfreundlichen Maßnahmen zu einer win-win Situation für Unternehmen und Mitarbeiter führen. Um die Vielfalt der unternehmerischen Aktivitäten zu erfassen, aber auch Barrieren und Hemmnisse für deren Umsetzung zu analysieren, haben die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft zusammen mit dem Familienministerium und dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln den Monitor „Familienfreundlichkeit“ aufgebaut. Die Ergebnisse zeigen, dass beispielsweise fast 80 % aller Unternehmen unterschiedliche Formen der Arbeitszeitflexibilisierung anbieten. Die Elternförderung, auch während der Elternzeit, nimmt eine ebenso wichtige Rolle ein: Mehr als 80 % der Unternehmen zeichnen sich hier z. B. durch Angebote zur Beschäftigung während der Elternzeit, Einarbeitungsprogramme während der Elternzeit, eine besondere Väterförderung oder auch Patenprogramme und Netzwerke aus. Die wichtigsten Motive der Unternehmen, sich auf diesem Gebiet zu engagieren, waren die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter zu erhöhen und qualifizierte Arbeitskräfte gewinnen und halten zu können. Auch die Bilanz der „Vereinbarung zur Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen in der Privatwirtschaft", die im Juli 2001 zwischen Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft abgeschlossen wurde, dokumentierte zuletzt 2008 das Engagement der Unternehmen anhand einer Vielzahl von ausgewählten Praxisbeispielen.