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Europäische Allianz für CSR

Am 22. März 2006 hat die Europäische Kommission eine neue Mitteilung zu CSR mit dem Titel „Umsetzung der Partnerschaft für Wachstum und Beschäftigung: Europa soll auf dem Gebiet der sozialen Verantwortung der Unternehmen führend werden“ verabschiedet. Kernstück dieser Mitteilung ist die "Europäische Allianz für die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen", die von der europäischen Wirtschaft unterstützt wird.

Was ist die CSR-Allianz?
Die "Europäische Allianz für die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen" ist ein Bündnis europäischer Unternehmen und Organisationen der Wirtschaft. Ihr Ziel ist es, Partnerschaften für CSR zu fördern und den Erfahrungsaustausch zu unterstützen. Alle Unternehmen sind aufgerufen, die Allianz zu unterstützen. Was zählt ist das Engagement, nicht die Erfüllung bürokratischer Anforderungen.


An wen richtet sich die CSR-Allianz?

Adressaten der CSR-Allianz sind die Unternehmen in der Europäischen Union, unabhängig von Größe und Branche. Bereits mehr als 150 Unternehmen haben ihre Unterstützung für die CSR-Allianz bekundet.


Was bietet die Allianz den Unternehmen?
  • Bessere öffentliche Wahrnehmung der CSR-Aktivitäten der Unternehmen,
  • Unterstützung der Netzwerkarbeit,
  • Austausch von Ideen und Kontakt mit europäischen CSR-Experten,
  • Möglichkeit zu Diskussion, Austausch und Verbreitung von Good-Practice-Beispielen
  • Entwicklung neuer Partnerschaften,
  • CSR-Dialog mit der Europäischen Kommssion auf höchster Ebene.
Welche Themen sollen im Rahmen der Allianz bearbeitet werden?
Welche Themen mit welcher Priorität bearbeitet werden, entscheidet die Wirtschaft selbst. Die Europäische Kommission hat in ihrer Mitteilung thematische Aktionsbereiche angegeben, die nach Bedarf erweitert werden können. Diese sind:
  • Förderung der Innovation und der unternehmerischen Initiative im Bereich nachhaltiger Technologien, Waren und Dienstleistungen, die gesellschaftlichen Notwendigkeiten Rechnung tragen
  • Unterstützung der erfolgreichen Entwicklung und des Wachstums von KMU
  • Unterstützung der Unternehmen, vor allem derjenigen der Lieferkette, bei der Einbeziehung sozialer und ökologischer Überlegungen in das unternehmerische Handeln
  • Verbesserung und Ausbau von Qualifikationen im Interesse einer besseren Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitskräfte
  • Besseres Handeln angesichts der Diversity-Erfordernisse und der Herausforderung der Chancengleichheit unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung und des raschen Alterns der europäischen Bevölkerung
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen, auch in Zusammenarbeit mit der Lieferkette
  • Innovation im Umweltbereich, mit Schwerpunkt auf der Einbeziehung von Ökoeffizienz und Energieeinsparungen in den Prozess der Produktentstehung
  • Förderung eines proaktiven Dialogs und der Einbeziehung aller Stakeholder
  • Verbesserung von Transparenz und Kommunikation, damit die nichtfinanzielle Performance von Unternehmen und Organisationen für alle Stakeholder besser verständlich und stärker im Zusammenhang mit der finanziellen Performance gesehen wird
  • Förderung eines sozial und ökologisch verantwortlichen Handelns der Unternehmen nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb der Grenzen der EU
Wie werden die Themen bearbeitet?
Interessierte Unternehmen arbeiten in Form von „offenen Kooperationsgemeinschaften“ („open coalitions of cooperation“) miteinander und veranstalten thematische „Labortreffen“ („laboratory meetings“). Dabei können Stakeholder (z. B. ausgewählte Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften) und externe Fachleute einbezogen werden. Eine Unterstützung dieser Veranstaltungen durch die Europäische Kommission ist möglich, falls gewünscht.


Darüber hinaus sind regelmäßige hochrangige Treffen mit der EU-Kommission vorgesehen, um Beispiele guter Praxis zu präsentieren und eine Bilanz zu ziehen.


Wie kann man in der Allianz aktiv werden?

Unternehmen, die die Allianz unterstützen möchten, können ihr Interesse gern jederzeit gegenüber BDI oder BDA zum Ausdruck bringen. Der europäische Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband UNICE und dessen nationale Mitgliedsverbände koordinieren die Aktivitäten der CSR-Allianz. Sie bilden eine Verbindungsstelle zwischen den Unternehmen in der Allianz und den EU-Institutionen, um die Kontakte zwischen den Unternehmen zu stärken und um diejenigen zusammenzubringen, die zusammen arbeiten möchten.


In Deutschland informieren BDA und BDI über aktuelle Entwicklungen der CSR-Allianz.


BDA: Paul Noll, p.noll@arbeitgeber.de
BDI: Dr. Christoph Sprich,
c.sprich@bdi.eu
BUSINESSEUROPE: Rebekah Smith,
r.smith@businesseurope.eu

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