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Handelshaus Gollnest & Kiesel KG

„Wir machen die Welt ein wenig bunter“

In Peru schleppen Kinder Ziegelformen. Die sind 24 Kilo schwer, und die Kinder arbeiten mindestens 12 Stunden pro Tag. In Mali werden Kinder von professionellen „Arbeitsvermittlern“ an die Elfenbeinküste zum Pflanzen verkauft, die Mädchen nach Niger zur Hausarbeit, dabei müssen sie häufig auch sexuelle Gewalt erleben. Allein in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá wird die Zahl arbeitender Kinder auf eine Million geschätzt, in vielen weiteren Ländern arbeiten Kinder hart und unter teilweise entwürdigenden Bedingungen. 250 Millionen Kinder gehen täglich einer gewerbsmäßigen Arbeit nach. Von dieser Arbeit leben sie, so sie überhaupt Geld erhalten, und oft auch die Familien. Kinder ohne Kindheit und ohne Zukunft.

„Wir machen die Welt jeden Tag ein wenig bunter“, sagen Gerhard Gollnest und Fritz-Rüdiger Kiesel. Sie sind die Inhaber eines Handelshauses, das ständig neue Spielzeugideen ersinnt, vorwiegend Holzspielzeug, in jedem Fall klassisches Spielzeug, das die Kreativität der Kinder unterstützt. „Toys pure“ und 'cause heißen die beiden Marken, unter denen das Spielzeug vertrieben wird.

'cause ist die Premium-Marke des Handelshauses und gerade erst ein Jahr alt. Mit 'cause hat es eine ganz besondere Bewandtnis: mindestens 50% des Gewinns aus dieser Marke verwenden Gollnest und Kiesel für den Bau von Schulen für arbeitende Kinder in der Dritten Welt. Schulbildung kann für diese Kinder den Ausstieg aus der Kinderarbeit bedeuten. In Vietnam, Peru, Kolumbien und in Mali/Westafrika sind bereits Schulen entstanden. Aktuell wurde die im vergangenen Jahr errichtete Schule in Mali um einen zusätzlichen Neubau erweitert , weil weitere 125 Kinder neu aufgenommen wurden und die räumlichen Kapazitäten dem unerwarteten Schülerandrang angepasst werden mussten. Die Kinder lernen dort aber nicht nur Lesen und Schreiben, sie erfahren auch, für die eigenen Interessen aktiv zu werden, demokratische Rechte wahrzunehmen. Auch kindgerechte Arbeit zur Selbstversorgung gibt es in den Gärten und Bäckereien der Schulen, denn diese Arbeit gehört zu ihrem kulturellen Umfeld. Aber endlich haben die Kinder auch Zeit, Kind zu sein.

„Wirtschaften, Handel betreiben, hat immer auch einen sozialen Aspekt“, so Gerhard Gollnest, „es ist kein Selbstzweck. Mit 'cause wollen wir persönlich kein Geld verdienen, die soziale Verantwortung steht für uns im Vordergrund.“ In dem Kinderhilfswerk terre des hommes wurde ein kompetenter und vertrauenswürdiger Partner zur Durchsetzung des sozialen Engagements des Projekts gefunden. terre des hommes ist international tätig, betreut über 400 Projekte in 27 Ländern und setzt sich auch politisch für die Durchsetzung der Rechte von Kindern ein. Das mit kreativ entwickeltem Spielzeug, hohen Qualitätsansprüchen und sorgfältiger Verarbeitung nicht nur Kindern in den reichen Ländern eine Freude gemacht wird, sondern auch denen eine Chance gegeben wird, die sonst eine Bildung nicht erlangt hätten, findet Peter Mucke, geschäftsführender Vorstand von terre des hommes, ganz toll. »Wir freuen uns, mit der Gollnest & Kiesel KG einen guten Partner für eine Zusammenarbeit gefunden zu haben, die dem Glück von Kindern in der Dritten Welt zugute kommt. Wir hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht.«

Das Projekt ist langfristig angelegt, in jedem Jahr soll mindestens eine neue Schule errichtet werden. Mit 'cause wurde eine neue Marke für besonders hochwertiges Spielzeug ins Leben gerufen, deren normal kalkulierter Gewinn zu mindestens 50% in die Schulbauprojekte gesteckt wird.

Neuer Wald für Schleswig-Holstein
Das Handelshaus übernimmt seit 2004 auch Verantwortung für das Nachwachsen und die Neuanpflanzung von Wald in Deutschland. Für das anspruchsvolle Holzspielzeug ist es selber Verbraucher von Nutzhölzern aus deutschem Anbau. Der Waldanteil in Deutschland stagniert allerdings seit Jahren bei rund 30%, im nördlichsten Bundesland sind es nur 10%. Auch wenn es um den Zustand des Waldes stiller geworden ist, besser geworden ist er nicht. Besorgnis erregende Zahlen veröffentlicht die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald unverändert jedes Jahr. Deren schleswig-holsteinische Landesvorsitzende MdB Dr. Happach-Kasan und die Forstamtsleiterin Dr. Christiane Holländer des Forstamts Trittau beraten das Handelshaus fachkundig. Mehr als 25.000 junge Bäume hat das Handelshaus für einen neuen Wald im Norden Hamburg im November 2004 finanziert. Privatinitiative sei bei der Durchführung wichtiger sozialer und ökologischer Maßnahmen erforderlich, stehen Gerhard Gollnest und Fritz-Rüdiger Kiesel hinter ihren ehrgeizigen Vorhaben.