ILO-Erklärung

Die dreigliedrige Grundsatzerklärung über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik der ILO aus den Jahren 1977/2000/2006 ist ein bedeutender Referenzrahmen für Unternehmen, die international tätig sind. Die in der MNE-Erklärung niedergelegten Grundsätze verstehen sich als Leitlinien für multinationale Unternehmen, Regierungen wie auch Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände in Bereichen wie Beschäftigung, Ausbildung, Arbeits- und Lebensbedingungen sowie Arbeitsbeziehungen.

Den Unternehmen, besonders wenn sie in Entwicklungsländern aktiv sind, werden damit wichtige Hinweise gegeben, wie sie ihre CSR-Maßnahmen im Einklang mit den Kernarbeitsnormen der ILO und darüber hinaus gehenden internationalen Arbeitsübereinkommen und -empfehlungen ausgestalten können. In der Erklärung selbst steht: "Die Erklärung legt sozialpolitische Richtlinien für einen äußerst sensitiven und komplexen Tätigkeitsbereich fest. Die Achtung der Erklärung durch alle Beteiligten würde zur Schaffung eines für Wirtschaftswachstum und soziale Entwicklung günstigeren Klimas beitragen."

Die politische Bedeutung der dreigliedrigen Erklärung liegt darin, dass sie, anders als viele andere CSR-Instrumente, keine Mindestanforderungen setzt oder spezifische Aktionen verlangt. Vielmehr überlässt sie den Unternehmen den nötigen Freiraum sich individuell und an den jeweiligen Bedürfnissen orientiert, im Sinne der Erklärung zu engagieren. Außerdem verdeutlicht sie die Aufgabenteilung und jeweils spezifische Verantwortung der betreffenden Akteure: Staat - Sozialpartner - Unternehmen.


Die MNE-Erklärung besitzt ein hohes Maß an politischer Verbindlichkeit, denn sie ist ein globales Instrument, welches von Regierungen, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen gemeinsam verhandelt und verabschiedet wurde und somit auf einem breiten Konsens basiert. Daher wird die MNE-Erklärung von der deutschen Wirtschaft als geeignetes Instrument für den Bereich CSR nachdrücklich unterstützt.