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Jäger Direkt GmbH & Co. KG

„gut drauf“ in die Ausbildung: Franz-Josef Fischer macht sich stark für Schulabgänger

Geeignete Auszubildende zu finden war für Franz-Josef Fischer jahrelang mit viel Frust verbunden. „Viele Jugendliche hatten einfach eine schlechte Schulbildung, waren unmotiviert und unzuverlässig.“ Mit solchen Azubis konnte der Geschäftsführer der „Jäger Direkt GmbH & Co. KG“ aus dem hessischen Reichelsheim nichts anfangen. Ende der 90-er Jahre war die Situation für den Hersteller von Elektrotechnik besonders schlimm. Doch anstatt völlig darauf zu verzichten, entwickelte er neue Standards in der Ausbildung unter dem Motto: „gut drauf“.

Begeisterung für den Beruf – das ist für Franz-Josef Fischer der Schlüssel zu einer gelungenen Ausbildung. „Das mag profan klingen. Wir haben aber festgestellt: Nur wer sich gut im Team integriert fühlt, bringt hervorragende Leistungen.“ Wer bei „Jäger Direkt“ eine Ausbildung anfangen möchte, muss erst ein zweiwöchiges Praktikum absolvieren. Während dieser Zeit lernt er alle Abteilungen des Unternehmens kennen – und natürlich auch den möglichen eigenen Arbeitsplatz. „Oft haben Schulabgänger keine klaren Vorstellungen, was sie erwartet. Im Praktikum können sie ihre eigenen Berufswahl hinterfragen.“ So muss sich niemand drei Jahre lang durch eine Ausbildung quälen, die ihm gar nicht liegt. Und andererseits können die Ausbilder genau sehen, wer zum Unternehmen passt. Nach dem Praktikum gibt es dann eine Bescheinigung, die in der Region Odenwald mittlerweile hohes Ansehen genießt und Türen zu anderen Firmen öffnen kann.

Ist der Ausbildungsplatz geschafft, bekommt jeder Anfänger einen erfahrenen Paten zur Seite gestellt. „Jäger Direkt“ belohnt gute Leistungen oder vorbildliche Pünktlichkeit zum einen mit kleinen Geschenken. Zum anderen können Azubis ab dem 2. Lehrjahr Erfolgsprämie bekommen, die an den Unternehmenserfolg gekoppelt ist. „Wir beuten die jungen Leute nicht aus oder lassen sie nur Kaffee kochen. Bereits ab Mitte dem 2.Lehrjahr sehen wir sie als vollwertige Mitarbeiter, die Verantwortung übernehmen und auch am Erfolg patizipieren.“ Aber nicht nur fachliche, sondern auch soziale Kompetenz wird vermittelt. Während einer „sozialen Woche“ arbeiten die Azubis bei gemeinnützigen Projekten auf dem Keilvelter Hof mit.

An oberster Stelle steht für Franz-Josef Fischer allerdings der Spaß an der Arbeit. Der Spass stellt sich jedoch nur dann ein, wenn jeder die Ausbildung macht, wo er den größten Spassfaktor (innere Motivation) hat So stellt Fischer Getränke und Arbeitskleidung und pflegt eine familiäre Atmosphäre. Das kommt an: Mittlerweile hat das Unternehmen über 150 Mitarbeiter, davon über 20 Prozent Auszubildende und davon rund ein Drittel aus dem Strahlemann-Projekt „Jobs für Jugendliche“ wo ganz gezielt benachteiligten Jugendlichen eine Chance für eine Ausbildung und damit eine Zukunftschance gegeben wird. 1999 war es gerade einmal einer. „Seit 2006 geben wir zudem zwei behinderten jungen Männern die Chance, Elektroanlagenmonteur und Fachpacker bei uns zu lernen. Unsere sehr guten Erfahrungen haben uns darin bestärkt, künftig noch häufiger behinderte Auszubildende einzustellen.“ Insgesamt bildet „Jäger Direkt“ in neun Berufen aus. Bisher wurden alle erfolgreichen Absolventen übernommen.

Franz-Josef Fischer wünscht sich jetzt, dass noch mehr Unternehmer seinem Beispiel folgen und mithelfen den vielen Jugendlichen ohne Zukunftsperspektive die Tür für eine bessere Zukunft zu öffnen.

„Was haben andere Menschen, die Mitarbeiter, die Kunden, die Jugendlichen, davon, dass es uns gibt?“
Das ist die entscheidende Frage, die wir uns jeden Tag stellen, so Fischer.