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Nachhaltiger Konsum

Freiwillige Maßnahmen und Instrumente, die es ermöglichen, dass Verbraucher sich an ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten orientieren und nicht zuletzt auch die CSR deutscher Unternehmen honorieren, finden sich bereits im Johannesburger Aktionsplan (2002) oder auch in der Tutzinger Erklärung zum nachhaltigen Konsum (2000). Staatliche Eingriffe in das Verbraucherverhalten und die Grundpfeiler der Sozialen Marktwirtschaft führen nicht zum Ziel. Vielmehr müssen Anreize gesetzt und Handlungsmöglichkeiten geschaffen werden, etwa durch mit Hilfe von Aufklärungs-, Informations- und Motivationsarbeit, die durch staatliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Gruppen gleichermaßen geleistet werden muss.

Die Tutzinger Erklärung zur Förderung des nachhaltigen Konsums, die im April 2000 von den interessierten Kreisen verabschiedet wurde, erhebt dies zu einem Leitprinzip und erkennt gleichzeitig die Pluralität der Lebensstile an, die ein(en) „one size fits all“-Ansatz bzw. -Gesetz für nachhaltigen Konsum negieren. Verbraucher entscheiden in eigener Verantwortung, welchen Anteil nachhaltige Produkte innerhalb des Gesamtkonsums haben sollen. Staatliche Aufklärungskampagnen können Entscheidungshilfen geben, wenn sie ausgewogen sind und alle Säulen der Nachhaltigkeit berücksichtigen. Jedoch kann eine breite gesellschaftliche Akzeptanz und Verständigung für CSR und zukunftsfähigen Konsum nur gelingen, wenn Verbraucher nicht zu Verzicht aufgerufen werden. Insofern darf nachhaltiger Konsum nicht mit Einbußen an Lebensqualität assoziiert und auf das Ideal der rein ökologischen Lebensweise reduziert werden.

Nachhaltiger Konsum kann nur mit und nicht gegen individuelle Lebensstile Erfolg haben. Unternehmen stellen sich daher der Herausforderung, Umwelt- und Nachhaltigkeitsinnovationen anzubieten und zum Ausprobieren neuer Konsumstile einzuladen, die mit persönlicher Freiheit und Individualität vereinbar bleiben.

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