Schriftgröße:
  • +
  • -

Public Private Partnerships

Entwicklungspartnerschaften zwischen Privatwirtschaft und öffentlicher Hand („Public Private Partnerships –PPPs“)

Öffentlich-Private Partnerschaften oder „Public Private Partnerships (PPPs)“ sind innovative Modelle der Zusammenarbeit des öffentlichen Sektors mit der Privatwirtschaft. Seit Ende der 90er Jahre gewinnen diese Partnerschaften als sog. „Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft“ auch in der Entwicklungszusammenarbeit an Bedeutung. Seitdem wird der Aufbau der Privatwirtschaft in ärmeren Ländern zunehmend als zentraler Faktor für eine nachhaltige Entwicklung anerkannt. Die Investitionen der privaten Wirtschaft in Entwicklungsländern übersteigen die öffentlichen Transfers über Mittel der Entwicklungszusammenarbeit deutlich. Gleichzeitig führt das wachsende Engagement deutscher Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu einer stärkeren Sensibilisierung der Wirtschaft für entwicklungspolitische Ziele. Stabile Rahmenbedingungen, eine funktionierende Infrastruktur, ein unabhängiges Rechtssystem – dies sind nur einige der Punkte, in denen sich die Interessen der Wirtschaft, der Entwicklungszusammenarbeit und der Partnerländer selbst überschneiden.

PPP-Programme bzw. Projekte greifen die spezifischen Stärken beider Partner auf: Auf der einen Seite die Dynamik, Kompetenz und die finanziellen Ressourcen der Unternehmen, auf der anderen Seite das regionale anwendungsbezogene Wissen („know-how“) der Entwicklungsorganisationen sowie der Entwicklungspolitik, die es den Wirtschaftsunternehmen ermöglichen, sich vor Ort noch stärker zu engagieren. So können auch Überschneidungen zwischen öffentlichen und privaten Interessen besser identifiziert, Synergien genutzt und Programme bzw. Projekte umgesetzt werden, in denen beide Seiten ihre Ziele besser, schneller und kostengünstiger erreichen.

Im Rahmen der Entwicklungspartnerschaften agieren Staat und privatwirtschaftliche Unternehmen gleichberechtigt: Beide ver­spre­chen sich einen jeweiligen Nutzen aus der Partnerschaft und beteiligen sich anteilig an den Kosten und der Durchführung der Programme bzw. Projekte.

Die PPP-Initiative der Bundesregierung, die 1999 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gestartet wurde, hat sehr gute Erfolge gezeigt. Durch die Zusammenarbeit des deut­schen Staates mit Privat­unter­nehmen sind seit Beginn des PPP-Programms im Jahr 1999 weltweit mehr als 3.000 Vorhaben durchgeführt worden. Durch sie konnte die Reichweite und Wirksamkeit der für Entwicklungszusammenarbeit eingesetzten Ressourcen erheblich vergrößert und die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung vor Ort gefördert werden.

Privatunternehmen profitieren von PPP in folgender Weise:

  • weil ihnen zusätzliche öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt werden,
  • weil sie bei ihren Vorhaben von erfahrenen entwicklungs­politischen Durchführungsorganisationen unterstützt werden, die über sektor- und landesspezifisches praktisches Wissen („know-how“) verfügen und
  • weil sie sich neue Märkte für ihre Produkte und Dienstleistungen erschließen können.
Daher stellt PPP für die deutsche Wirtschaft ein wichtiges Element der Entwicklungszusammenarbeit dar. Um das Potenzial dieses Instruments auszuschöpfen, wird es aber wichtig sein, dass PPP dabei nicht allein auf die entsprechende Fazilität des BMZ beschränkt bleibt, sondern alle Möglichkeiten und Chancen der Zusammenarbeit zwischen Privatwirtschaft und öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit, einschließlich öffentlich-privaten Partnerschaften, für die Entwicklung unserer Partnerländer auch stärker im Rahmen der bilateralen Länderprogramme genutzt werden können.

Neben den bisherigen PPPs arbeitet die deutsche Wirtschaft zusammen mit dem BMZ daran, sog. „Strategische Partnerschaften“ in wichtigen Bereichen, wie z.B. Gesundheit, Klima/ Energie und Rohstoffe auf- bzw. auszubauen.

BDI und BMZ (umgesetzt über GTZ/ heutige GIZ und KfW Entwicklungsbank) haben im Sommer 2010 eine „Strategische Partnerschaft“ im Gesundheitsbereich geschlossen. Die „German Healthcare Partnership (GHP)“ genannte Initiative verfolgt das Ziel, den Zugang zu qualitätsgesicherten Gesundheitsdienstleistungen durch die Kooperation zwischen dem deutschen öffentlichen und privaten Sektor bei Planung, Aus­stattung und Betrieb von Krankenhäusern in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verbessern. Bislang beteiligen sich rund 20 Unternehmen an der Initiative, von Gesundheitsökonomen, Krankenhausplanern, Architekten/ Ingenieuren, Hersteller medizinischer Geräte, über Krankenhausbetreiber bis hin zu Herstellern pharmazeutischer Produkte. Die zentrale Anlauf- und Beratungsstelle ist im BDI angesiedelt.