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thynk.media GbR

„CSR ist mehr als nur ein Zauberwort. Es ist die Kunst des Geschichten Erzählens“

von Beate Uchtmann

Für Organisationen wie Start-Ups und kleine Unternehmen reicht die alleinige Konzentration auf den Kunden und der reine Profit-Gedanke nicht mehr aus, um erfolgreich am Markt zu agieren. Die Wahrnehmung des Unternehmens wird zunehmend von Bewertungen der Stakeholder geprägt. Sowohl die Gesellschaft als auch die Kunden fordern von Unternehmen freiwillige Aktivitäten zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung und zum nachhaltigen Wirtschaften. Dieses Engagement, welches sich auf die Bereiche Ökonomie, Ökologie und Soziales erstreckt und sich unmittelbar auf die Reputation des Unternehmens auswirkt, wird auch Corporate Social Responsibility (CSR) genannt.

Tim Freese ist Assistent der Geschäftsführung der Internetagentur thynk.media GbR, einem Lingener Start-Up-Unternehmen, das sich auf Webdesign und Webentwicklung spezialisiert hat. Freese ist verantwortlich für Webdesign und Projektmanagement mit dem Schwerpunkt Social- und Content-Marketing. In einem Interview erläutert er, wie Start-Ups durch Nachhaltigkeitskommunikation nicht nur Geld verdienen, sondern auch Innovations- und Wachstumspotential ausschöpfen und sich gegenüber dem Wettbewerb positionieren können.

CSR als fester Bestandteil des Managements und der Unternehmenskommunikation

Als Kommunikationsmanager eines Start Ups stellt er unmissverständlich klar, dass die Weichen für die zukünftige Wahrnehmung des Unternehmensimages direkt nach der Unternehmensgründung gestellt werden. „Dementsprechend macht CSR nur Sinn, wenn CSR von Anfang an fester Bestandteil des Geschäftsmodells des strategischen Managements und der Unternehmenskommunikation ist“, erläutert Freese seinen Standpunkt. Zudem gelte es CSR effektiv in den Stakeholderdialog einzubinden, um die unternehmerischen Handlungen zu legitimieren. CSR stelle zwar mitunter einen großen Kostenfaktor dar, biete Unternehmen jedoch die Chance, sich durch entsprechende Nachhaltigkeitskommunikation als Unternehmen langfristig und glaubwürdig zu positionieren.

Unternehmerische Kernkompetenzen durch CSR-Aktivitäten in der Öffentlichkeit zeigen

Ein großes Problem sei jedoch, dass sich viele Start-Ups und kleine Unternehmen nicht über die Vielzahl an Handlungsfeldern klar seien, in deren Rahmen Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit nachhaltig ausrichten und folglich strategisch gegenüber den Stakeholdern kommunizieren können. Er rät Start-Ups und kleinen Unternehmen Projekte nicht nur finanziell, sondern vor allem durch das Einbringen eigener Kompetenzen zu unterstützen, die sich auf das Portfolio des Unternehmens beziehen. So hat das Start-Up-Unternehmen beispielsweise dem am Lingener City-Lauf teilnehmendem Team Roadrunner des Christophorus-Werkes Lingen e. V. das Design der Lauf-Shirt-Aufdrucke entwickelt und die Laufshirts darüber hinaus finanziert. Für den gemeinnützigen Seniorenverein Pinke Panther Lingen e. V. erstellte die Internetagentur eine responsive Website. „Mit unserer beruflichen Qualifikation, dem Gespür für Design und der Konzeption von Online-Auftritten, sind wir in Erscheinung getreten und haben unsere Kompetenz in der Öffentlichkeit dargestellt. Diese und weitere Beispiele zeigen, dass man auch kreativ werden kann und das unternehmerische Know How strategisch einsetzen sollte“, erläutert Freese.

Die Kunst, sich mit gelebter CSR einen Namen zu machen

Ein Unternehmen werde durch Geschichten greifbar, „die kann man sich jedoch nicht aus den Fingern saugen. Geschichten entstehen nur, wenn das Unternehmen selbst aktiv wird, sich also engagiert, und somit Teil der Geschichte wird,“ argumentiert Freese und fügt hinzu: „Bevor ein Unternehmen gar nicht über sich redet, sollte es die Geschichten selbst generieren – sprich CSR leben.“ Er betont, dass ein Unternehmen CSR-Aktivitäten immer an den Bedürfnissen der Stakeholder ausrichten sollte, damit die Stakeholder profitieren und das Unternehmen die strategischen Ziele durch das freiwillige Engagement erreicht.

Erfolgreiche CSR-Aktivitäten refinanzieren sich selbst

„Durch unser unternehmerisches Engagement und die Kommunikation darüber knüpfen wir als Unternehmen wichtige Kontakte und legen den Grundstein für Kooperationen und Netzwerke, aus denen wir bereits neue Kundengruppen erschlossen haben. Folglich generieren wir aus CSR-Aktivitäten Aufträge und refinanzieren dadurch unser Engagement“, resümiert Freese und stellt klar: „Es ist Quatsch, das Unternehmen mit CSR kein Geld verdienen wollen.“ Für erfolgreiche Nachhaltigkeitskommunikation sei es jedoch auschlaggebend, dass „Mitarbeiter, die für CSR-Aktivitäten zuständig sind, aus Überzeugung handeln und eine Affinität zu sozialem und ökologischem Engagement haben. CSR braucht ganz klar Überzeugungstäter“, betont Freese.

Von „Engagement“ und Selbstverständlichkeit zu „CSR“ und Strategie

„Soziales und ökologisches Engagement galt für viele Unternehmen früher als selbstverständlich, heute ist es eine Unternehmensstrategie, die es mit den gegebenen personellen und finanziellen Ressourcen strategisch einzusetzen und gegenüber den Stakeholdern professionell zu kommunizieren gilt. CSR ist und bleibt eine Königsdisziplin“, resümiert Freese.

Die Lingener Internetagentur thynk.media GbR finanzierte und designte unter anderem Laufshirts für das am City-Lauf teilnehmende Team Roadrunner des Christophorus-Werkes Lingen e. V. Lingen.