Schriftgröße:
  • +
  • -

Über CSR

Corporate Social Responsibility (CSR) beschreibt das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen, das diese freiwillig über das gesetzliche Maß hinaus in den Bereichen Umwelt, Soziales und Wirtschaft weltweit in ihrem Umfeld für eine zukunftsfähige Gesellschaft leisten. CSR ist keine neue Entwicklung. Unternehmen engagieren sich für die Gesellschaft, in der sie geschäftstätig sind, seitdem es Unternehmen gibt. Bekannt sind vor allem die vielen Stiftungen, durch die sich Unternehmerpersönlichkeiten bereits im Mittelalter für ihr Gemeinwesen einsetzten. Ihr Engagement hat sich im Zuge gesellschaftlicher Entwicklungen und Modernisierungsprozesse seither stetig weiterentwickelt. Heute ist das gesellschaftliche Engagement fester Bestandteil der gewachsenen deutschen Unternehmenskultur.


CSR ist vielfältig
Betriebe nehmen unter komplexen Bedingungen ihre Verantwortung wahr: Die Verantwortung, die ein multinationales Unternehmen in Bangladesch hat, ist eine ganz andere, als die eines Handwerkers in Europa. Die Herausforderungen, die eine IT-Firma im Bereich CSR hat, unterscheiden sich von denen eines Unternehmens der Erdölindustrie. Art und Ausprägung des gesellschaftlichen Engagements eines Unternehmens sind abhängig von der Unternehmensgröße sowie den Branchen und Märkten, in denen es operiert. Die von einem Unternehmen gesetzten Schwerpunkte an ökologischen und sozialen Aktivitäten richten sich nach den Bedürfnissen der jeweiligen Stakeholder. Vereinheitlichte Standards oder verbindliche Rahmenvorgaben kann es daher für CSR nicht geben. Unternehmen müssen uneingeschränkt Handlungsmöglichkeiten haben, die jeweils besten CSR-Ansätze entwickeln und umsetzen zu können. Der Erfahrungsaustausch ist dabei besonders wichtig. Durch die Verbreitung von Good-Practice-Beispielen lassen sich die verschiedenen Möglichkeiten aufzeigen, wie soziale und ökologische Verantwortung wahrgenommen werden kann. Unternehmen werden so unbürokratisch in ihrer Kreativität und ihrer Suche nach besten Lösungen unterstützt. Es geht darum, die Vielfalt der CSR-Ansätze sichtbar zu machen, anstatt durch Referenzrahmen, Zertifizierung und regulierende Eingriffe Innovation und Dynamik im Bereich CSR zu bremsen.


Chancen und Grenzen von CSR
Viele Unternehmen engagieren sich aktiv bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme, bei uns in Deutschland, aber insbesondere auch in Schwellen- und Entwicklungsländern. Durch ihre CSR-Aktivitäten können Unternehmen, auch in Partnerschaft mit anderen gesellschaftlichen Akteuren, einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Die Rollenverteilung zwischen Regierungen und Unternehmen muss dabei aber klar voneinander abgegrenzt werden. Unternehmen können mit ihrem Engagement die Bemühungen der Politik für gesellschaftliche Entwicklung und sozialen Fortschritt ergänzen, nicht aber deren eigene Verantwortung ersetzen. Es sind darüber hinaus die Regierungen, die die grundlegenden Umwelt- und Sozialstandards um- und durchsetzen müssen. Diese Aufgabe kann nicht auf Unternehmen delegiert werden. Dies käme einer Privatisierung der Rechtsumsetzung gleich. Der UN Sonderbeauftragte für Menschenrechte und multinationale Unternehmen, John Ruggie, hat diese Rollenverteilung in einem vom UN Menschenrechtsrat im Jahr 2008 angenommenen Konzept, das auf den drei Säulen „Protect – Respect – Remedy“ (Schützen – Respektieren – Abhelfen) beruht, konkretisiert: Protect: Es ist Aufgabe des Staates, die Menschen auf seinem Territorium vor Menschenrechtsverletzungen durch nicht-staatliche Akteure zu schützen; Respect: Es ist die Pflicht der Unternehmen, die Menschenrechte, so wie sie durch die jeweilige nationale Gesetzgebung konkretisiert werden, zu respektieren und die dazu nötigen Managementstrukturen aufzubauen; Remedy: Es müssen juristische wie nicht-juristische Beschwerdemechanismen entwickelt und gestärkt werden, um die Abhilfe bei Menschenrechtsverletzungen, die durch Unternehmen u. a. begangen werden, zu verbessern.