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Verbraucherinformation

Die Verbraucher sind Mittel- und Zielpunkt unternehmerischen Handelns. Mündige Bürger können in einer Marktwirtschaft Kaufentscheidungen treffen, die ihren Interessen dienen. Ein Ordnungsrahmen sorgt für Sicherheit, etwa durch ein funktionierendes Gewährleistungsrecht. Der Konsument muss dabei Zugang zu ausreichenden Informationen und genügend Spielraum für eigenverantwortliches Handeln haben. Verbraucherpolitik in einer Marktwirtschaft lässt den Verbrauchern diesen Spielraum und konzentriert sich auf den Schutz von sicherheitsbezogenen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Interessen der Verbraucher. Auf diese Weise wird Verbraucherpolitik zu einem integralen Bestandteil der Marktwirtschaft, die für Markttransparenz sowie eine aufgeklärte Nachfrageseite sorgt und damit Marktfehler verringert.

Bei freien, informierten und bewussten Kaufentscheidungen liegt kein Marktversagen vor. Aufgabe des Staates ist die Setzung eines Ordnungsrahmens, in dem Bürger an ihrem Bedarf ausgerichtete Kaufentscheidungen treffen können - nicht die Definition dessen, welche Ziele oder Präferenzen Konsumenten haben sollten. Dies entspricht unserem verbraucherpolitischen Leitbild, nach dem den Konsumenten die Freiheit gelassen wird, selbst zu entscheiden, was ihnen ein Gut bzw. bestimmte Qualitäts- und Risikomerkmale wert sind.

Unternehmen und Verbraucher haben ein gemeinsames Interesse an guten und sicheren Produkten, an der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland und an einem nachhaltigen Umgang mit knappen Ressourcen. In einer funktionierenden Marktwirtschaft setzen Anbieter und Verbraucher durch die Verfolgung ihrer jeweiligen Einzelinteressen unbewusst gemeinsam diejenigen Kräfte in Bewegung, die für Fortschritt und Innovationen entscheidend sind.

Um sich vor dem geplanten Kauf von Produkten und Leistungen kundig zu machen, steht den Verbrauchern eine Vielzahl von Informationsquellen zur Verfügung. Dazu gehört zum Beispiel die Möglichkeit, mehr Details über die anbieterseitig eingerichteten Telefon-Hotlines, aber auch per Telefax, Handy-Scanner oder im Internet abzurufen. Darüber hinaus bietet das Internet weitgehende Partizipationsmöglichkeiten für die Nutzer: In Blogs tauschen Verbraucher ihre Erfahrungen aus, auf Produkt- und Preisvergleichsseiten werden neben den Produkten zugleich Internetshops bewertet und in Rankings geordnet.

Neben den vielfältigen Möglichkeiten des Internet stellen zudem Fach- und Testzeitschriften probate Informationsquellen dar. So bewertet beispielsweise die Stiftung Warentest, eine – auch von Anbietern – unabhängige Testinstitution, seit 1964 anhand objektivierbarer Merkmale den Nutz- und Gebrauchswert sowie die Umweltverträglichkeit von Waren und Dienstleistungen und veröffentlicht ihre Untersuchungsergebnisse in den Zeitschriften „test“ und „Finanztest“, in Büchern und im Internet. Seit einigen Jahren prüft und bewertet die Stiftung Warentest auch die ethische, soziale und ökologische Verantwortungsübernahme von Anbietern, deren Produkte in Tests einbezogen sind. Der Aufwand dieser sogenannten CSR-Untersuchungen ist vergleichbar hoch wie für den jeweiligen Produkttest, der Umfang der Testaktivitäten wird vor allem vom Interesse der Leser bestimmt. Nach anfänglichem Zögern begrüßt die Industrie heute die Tests als Mittel, ihr hohes Engagement im Bereich CSR für die Verbraucher noch transparenter zu machen, und wirkt aktiv bei der Durchführung der Untersuchungen mit.