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Vereinbarungen und Verpflichtungen

Vereinbarungen

Zur Unterstützung des gesellschaftlichen Engagements der Unternehmen haben sich in den letzten Jahren eine Vielzahl von Vereinbarungen entwickelt. Als besonders effizient haben sich freiwillige Selbstverpflichtungen und Vereinbarungen erwiesen, die in einzelnen Unternehmen, im Verbund mit Wirtschaftsverbänden und Kammerorganisationen oder auf Branchenebene entwickelt werden.

CSR-Kodizes einzelner Sektoren sind gleichfalls wichtige Bausteine im Bereich der freiwilligen Vereinbarungen, die den Unternehmen bei der Formulierung ihrer CSR-Strategie im Hinblick auf die branchenspezifischen Herausforderungen eine Orientierung bieten.

Freiwillige Vereinbarungen/ Selbstverpflichtungen Umweltschutz

Freiwillige Vereinbarungen und Selbstverpflichtungen haben sich zu einem politisch bedeutsamen und wirtschaftlich effizienten Instrument etabliert, welches ergänzend zu rechtlichen Regelungen und fiskalischen Instrumenten eine zentrale Rolle einnimmt. Durch kooperatives Handeln übernehmen die Wirtschaft als Ganzes oder einzelne Branchen Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung.

Schwerpunkt für die Anwendung von Selbstverpflichtungen bildet der vorsorgende Umwelt-, Verbraucher- und Gesundheitsschutz. Freiwillige Vereinbarungen und Selbstverpflichtungen genießen eine große Akzeptanz bei den Unternehmen: Sie sind flexibel, da nur die Ziele, die in einem bestimmten Zeitraum erreicht werden sollen, und keine Wege vorgegeben werden, also den Unternehmen die konkrete Umsetzung überlassen bleibt. Aufgrund der unternehmerischen Innovationskraft können spezifische Branchenprobleme nicht nur effizienter, sondern zum Teil auch schneller gelöst werden. Zudem können, statt zusätzlichen Verwaltungsaufwand zu schaffen, zur Umsetzung Marktkräfte genutzt werden, da Selbstverpflichtungen auf dem Prinzip der Eigenverantwortung beruhen.

Insbesondere im Umweltbereich haben sich Selbstverpflichtungen und freiwillige Vereinbarungen seit über 20 Jahren als effektives und effizientes Mittel zur Erreichung politischer Ziele in Deutschland bewährt. Ihr Spektrum reicht von branchenspezifischen Selbstverpflichtungen (z. B. zu FCKW) bis zu branchenübergreifenden Vereinbarungen (z. B. zum Klimaschutz). Zugleich spielen sie auch auf europäischer Ebene eine immer bedeutendere Rolle. Selbstverpflichtungen und Vereinbarungen sind für die deutsche Wirtschaft ein Ausdruck von gelebter Verantwortung für den Umweltschutz. Eine Übersicht zu den derzeit umgesetzten freiwilligen Selbstverpflichtungen und Vereinbarungen im Umweltschutz erstellt der BDI jährlich.


Branchenkodizes

Ein Branchenkodex für Soziales und Umwelt ist ein Regelwerk von Prinzipien, auf das sich Vertreter eines Wirtschaftszweiges und gegebenenfalls auch Gewerkschaftsvertreter verständigt haben. Ein solches Regelwerk zielt meist auf die Einhaltung sozialer Mindeststandards und grundlegender Umweltschutzmaßnahmen. Bei der Festlegung dieser Standards und Maßnahmen werden branchenspezifische Kriterien und Anforderungen berücksichtigt.

Mit einem Branchenkodex gehen die vertretenen Unternehmen freiwillig die Verpflichtung ein, sich an beschlossene Prinzipien des sozial- und umweltverträglichen Wirtschaftens zu halten. Mithin befördern Branchenkodizes in Sozial- und Umweltfragen Regeln, die alle am Branchenwettbewerb beteiligten Unternehmen betreffen.

    Gespräche zur Aufstellung eines gemeinsamen Kodex finden in verschiedenen Branchen wie beispielsweise in der Kaffee-Industrie statt. Folgende Branchenkodizes sind bereits beschlossen worden:
    • „Code of Business Practices“ des International Council of Toy Industries (ICTI) zu Arbeitsbedingungen und Umweltschutz in der internationalen Spielzeug-Industrie von 1995 (2001 überarbeitet),
    • “Code of Conduct“ des Comité Européen des fabricants de Sucre (CEFS) und der European Federation of Trade Unions in the Food, Agriculture and Tourism sectors and allied branches (EFFAT) zu sozialen Mindeststandards in der europäischen Zucker-Industrie von 2003,
    • „Code of Conduct“ der European Apparel and Textile Organisation (Euratex) und der European Trade Union Federation of Textiles, Clothing and Leather (ETUF:TCL) zu Kernarbeitsnormen in der europäischen Textil- und Bekleidungsindustrie von 1997, und
    • „Responsible Care“ des International Council of Chemical Associations (ICCA) zu Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz in der internationalen Chemischen Industrie seit 1985.