| Corporate Social Responsibility (CSR) ist ein Bestandteil der Nachhaltigkeitsdiskussion. Es ist ein Konzept unternehmerischer Verantwortung, das die Idee der Nachhaltigkeit aufnimmt und die drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales mit konkretem unternehmerischen Handeln verbindet. Entsprechend umfasst CSR die unterschiedlichsten Aktivitäten der Unternehmen in den Feldern der sozialen, ethischen und ökologischen Verantwortung, mit denen nachhaltige Entwicklung im unternehmerischen Alltag umgesetzt wird. CSR-Aktivitäten gehen über gesetzliche Verpflichtungen hinaus, d. h. sie sind freiwillig und das Ergebnis von Eigeninitiative und Eigenverantwortung der Unternehmen.
CSR ist weltweit zu einem politischen Top-Thema geworden. Internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen, die Weltbank, die Europäische Kommission, die OECD oder die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) nehmen CSR als ein Feld der politischen Gestaltung wahr. So schreibt die Agenda 21 und vor allem der im September 2002 von der internationalen Staatengemeinschaft verabschiedete "Plan of Implementation" (Aktionsplan von Johannesburg) der Privatwirtschaft eine Verantwortung für nachhaltige Entwicklung zu. Unternehmen sollen bei ihren Aktivitäten im In- und Ausland dafür Sorge tragen, dass z. B. gute Arbeitsbedingungen (z. B. im Sinne der IAO-Arbeitsnormen) vorherrschen und umweltschonend agiert wird. Dieser unternehmerische Teil der Verantwortung für nachhaltige Entwicklung wird in dem Aktionsplan von Johannesburg u. a. dahingehend spezifiziert, dass Unternehmen im Sinne einer Corporate Social Responsibility (CSR) handeln sollen.
Viele Unternehmen sind nicht nur auf ihren Heimatmärkten aktiv, sondern auch durch Handel und Direktinvestitionen international tätig. Der Löwenanteil dieser Aktivitäten geschieht auf den Märkten der hoch industrialisierten Länder mit vergleichbaren Standards. CSR ist vor allem dann ein Thema, wenn die Unternehmen Produktionsstätten in Ländern mit niedrigeren Standards als bei uns aufbauen und unterhalten. Das sind in der Regel Schwellen- und Entwicklungsländer. Insbesondere hier haben sich freiwillige CSR-Maßnahmen als effiziente Alternative zu rechtlichen Regelungen erwiesen. Wenn überhaupt, sollten solche Regelungen nicht im nationalen oder regionalen Alleingang, sondern von den einschlägigen internationalen Organisationen weiter entwickelt werden.
Eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Strategien zur nachhaltigen Entwicklung ist, den einzelnen gesellschaftlichen Akteuren klare Verantwortungsbereiche zuzuordnen. Durch ihre CSR-Aktivitäten können Unternehmen, auch in Partnerschaft mir anderen gesellschaftlichen Akteuren, auf soziales und ökologisches Verhalten innerhalb ihres Wirkungskreises hinwirken. Dieser Verantwortung stellen sich viele Unternehmen in Deutschland schon seit langem. Jedoch können Unternehmen mit ihren Leistungen nicht die Versäumnisse der Politik ausgleichen. Die Verantwortung, im eigenen Land, aber auch gegenüber Partnern für die Einhaltung sozialer Rechte und der Umweltgesetzgebung zu sorgen, liegt bei der Politik.
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