27.05.2020

Fachkräftesicherung durch Ausbildung ist elementar – gerade in der Krise!

Im Rahmen des Steuerungskreises der Allianz für Aus- und Weiterbildung hat sich die BDA mit der Bundesregierung, den Gewerkschaften und den Kammerorganisationen am 26. Mai darauf verständigt, die Situation auf dem Ausbildungsmarkt jetzt beson-ders eng zu begleiten und dort passgenaue Unterstützung zu sichern, wo Ausbildung ohne Hilfe von außen nicht möglich ist.
Präsident Ingo Kramer hat in diesem Kontext alle Arbeitgeber aufgerufen, an der Kernaufgabe Ausbildung im ureigenen Interesse auch unter den aktuellen schwierigen Bedingungen mit aller Kraft festzuhalten. Bereits der Weg aus der Krise kann nur mit ausreichend Fachkräften in Handwerk, Handel und Industrie gelingen. Er wird umso nachhaltigeren Erfolg haben, je sicherer die Perspektive ist, die Wirtschaft auch mittelfristig mit qualifiziertem Fachpersonal versorgt zu wissen.

Die Allianz für Aus- und Weiterbildung versteht sich als Corona-Task Force, die jetzt die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt regional, branchen- und betriebsgrößenspezifisch von Monat zu Monat analysiert, um zeitnah mit zielgenau ausgerichteten Unterstützungsmaßnahmen reagieren zu können. Eine Förderung mit der Gießkanne darf nicht erfolgen. Derzeit gibt es trotz eines Rückgangs um rund 8 % bei den der BA gemeldeten Ausbildungsplätzen ebenso wie bei den Bewerbern einen Überhang von 67.000 Plätzen und 118 Plätze für 100 Bewerber.

Zu den jetzt notwendigen Maßnahmen gehört jetzt vor allem die Sicherstellung der verschobenen Abschlussprüfungen, die weitere Öffnung der Berufsschulen und gegebenenfalls die Sicherung der Anschlussausbildung für Insolvenzlehrlinge. Für das neue Ausbildungsjahr ab Herbst 2020 wird die Berufsorientierung für Schulabsolventen verstärkt digital angeboten, Einstiegsqualifizierungen als niedrigschwelliger Start in Ausbildung sollen ebenso intensiv genutzt werden wie Verbund- und Auftragsausbildung, wo dies sinnvoll und möglich ist. Die Verbände und Kammern unterstützen die Betriebe beim digitalen Recruiting von Auszubildenden.

Sollte sich die wirtschaftliche Lage pandemiebedingt verschärfen, werden die Partner vor Ort in Regionen mit angespanntem Ausbildungsmarkt abwägen, ob es sinnvoll ist, bedarfsgerecht und vorrübergehend außerbetriebliche Ausbildung zu ermöglichen – aber nur dann, wenn das betriebliche Angebot ausgeschöpft ist. Betriebliche Ausbildung hat weiterhin absoluten Vorrang.