03.11.2020

Verlängerte Überbrückungshilfen und außerordentliche Wirtschaftshilfe

Zur Abmilderung der negativen Effekte für die Branchen, die durch die Einschränkungen zur Dämpfung des Pandemiegeschehens besonders betroffen sind, hat die Bundesregierung richtigerweise die Überbrückungshilfen erneut verlängert.
Bis Ende Dezember 2020 werden betroffene Unternehmen im Rahmen der Überbrückunshilfe II unterstützt, die Konditionen der geplanten Überbrückungshilfe III werden derzeit von BMF und BMWi erarbeitet.

Hilfen ausgebaut und Konditionen verbessert

Konkret können Unternehmen, die Corona-bedingt mit erheblichen Umsatzeinbußen zu kämpfen haben, mit der Überbrückungshilfe II weiterhin Zuschüsse zu den betrieblichen Fixkosten von bis zu 50.000 Euro pro Monat bis zum Jahresende erhalten. Die Eintrittsschwellen wurden gesenkt und flexibler gestaltet, um den Zugang zu den Hilfen zu erleichtern. Es können Betriebe Überbrückungshilfe beantragen, die im Zeitraum von April bis August 2020 entweder einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten im Vergleich zu den entsprechenden Monaten im Vorjahr erlitten haben, oder die in diesem Zeitraum insgesamt im Durchschnitt ein Umsatzminus von mindestens 30 Prozent verzeichneten. Bislang war nur antragsberechtigt, wer im April und Mai einen Umsatzeinbruch von mindestens 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr nachweisen konnte.

Fördersätze erhöht

Zusätzlich sind die Fördersätze erhöht worden, die höchstmögliche Erstattung beträgt nun 90 Prozent der Fixkosten. Dies ist insbesondere für Unternehmen aus Branchen, deren Geschäftstätigkeit sehr stark eingebrochen ist (z.B. Veranstaltungs- und Schaustellerbranche) vorgesehen. Die Berechnungsmethode der Zuschusshöhe bleibt bei der Überbrückungshilfe II grundsätzlich unverändert. Sie orientiert sich an der Höhe des Umsatzeinbruchs und erstattet anteilig die monatlichen Fixkosten, die anhand einer Positivliste ermittelt werden.

Höchstgrenzen für kleine Unternehmen abgeschafft

Die bisher geltenden Höchstgrenzen für Zuschüsse aus der Überbrückungshilfe für kleine Unternehmen wurden abgeschafft. Diese Höchstgrenze lag bislang bei 9.000 Euro für Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten und bei 15.000 Euro für Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten. Wie für alle anderen gilt nun auch für diese Unternehmen, dass sie in den vier Monaten insgesamt bis zu 200.000 Euro an Förderung erhalten können.

Außerordentliche Wirtschaftshilfe für 2. Lockdown

Zur Unterstützung der von der erneuten vorübergehenden Schließung im November betroffenen Branchen hat die Bundesregierung die bestehenden Hilfsprogramme um zusätzliche außerordentliche Wirtschaftshilfen im Umfang von bis zu 10 Mrd. Euro ergänzt. Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten können eine einmalige Kostenpauschale in Höhe von bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes von November 2019 erhalten. Die Antragstellung erfolgt über die Plattform der Überbrückungshilfe. Außerdem werden die Schnellkredite der KfW auch für kleine Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten geöffnet